An einem Chemiestandort ist ein Transformatorbrand kein Sachschaden, sondern ein Szenario mit Folgen für Menschen, Anlagen und Produktion. Genau unter diesem Blickwinkel hat OXEA 2017 die Stromversorgung des Werks Oberhausen überprüft — und zwei Verteiltransformatoren von Mineralöl auf Esterflüssigkeit umgestellt.
Ausgangslage
OXEA, damals Teil der Oman Oil Company, stellt Vorprodukte her, die in Lacken, Schmierstoffen, Kosmetika, Pharmazeutika, Druckfarben und Kunststoffen landen. Im Rahmen einer Überprüfung der internen Elektroinfrastruktur rückten zwei Verteiltransformatoren in den Blick, die Teile der Produktion versorgen. Beide waren mit Mineralöl gefüllt.
Die Projektverantwortlichen kamen zu dem Schluss, dass ein Retrofilling — der Austausch der Isolierflüssigkeit im bestehenden Transformator — gleich mehrere Ziele auf einmal bedient.
Drei Gründe, die den Ausschlag gaben
Brandschutz
Ester haben einen deutlich höheren Flamm- und Brennpunkt als Mineralöl. In dicht bebauten, sensiblen oder produktionsintensiven Bereichen verändert das die Risikolage spürbar. Hinzu kommt ein wirtschaftliches Argument, das oft übersehen wird: Ein Retrofilling ist häufig günstiger als der Neubau oder die Ertüchtigung einer Löschanlage, die der Versicherer sonst verlangt.
Umweltschutz
Esterflüssigkeiten sind biologisch leicht abbaubar. An einem Chemiestandort mit entsprechenden Auflagen ist das ein Argument, das über den einzelnen Transformator hinaus auf die Genehmigungslage einzahlt.
Versorgungssicherheit
Fällt ein Transformator aus, steht ein Teil der Produktion. Die höhere Überlastreserve von Estern und das geringere Brandrisiko zahlen direkt auf die Kontinuitätsstrategie ein — bei OXEA war genau das der ausschlaggebende Punkt.
Was das für Industriestandorte in Deutschland bedeutet
Die Konstellation aus Brandlast, Umweltauflagen und Produktionsabhängigkeit findet sich in fast jedem Chemie-, Pharma- oder Lebensmittelwerk. Der Weg über ein Retrofilling hat dabei einen praktischen Vorteil: Er kommt ohne Ersatzbeschaffung, ohne neue Fundamente und ohne lange Lieferzeiten für Neugeräte aus.
Ob sich Ihre Transformatoren dafür eignen, hängt von Bauart, Zustand und Restfeuchte ab. Das lässt sich im Vorfeld über eine Ölanalyse klären — sprechen Sie uns an. Weitere Projektberichte und technische Unterlagen finden Sie in der technischen Bibliothek.