Im südfranzösischen Cadarache entsteht mit ITER die größte Fusionsanlage der Welt. Die Transformatoren, die dort die Magnetfelder und die Plasmaheizung versorgen, sind seit 2014 mit Shell MIDEL 7131 gefüllt.
Worum es bei ITER geht
Kernfusion gilt als eine mögliche Antwort auf die langfristige Stromversorgung. Anders als die Kernspaltung hinterlässt sie kaum Abfall — Hauptprodukt der Reaktion ist Helium — und kommt mit sehr kleinen Brennstoffmengen aus. Zur Größenordnung: Ein 1.000-MW-Kohlekraftwerk verbrennt rund 2,7 Millionen Tonnen Kohle im Jahr; ein Fusionsreaktor vergleichbarer Leistung käme nach heutiger Einschätzung mit etwa 250 kg Brennstoff aus.
ITER ist ein internationales Gemeinschaftsprojekt von China, der EU, Indien, Japan, Korea, Russland und den USA. Ziel ist eine Leistungsabgabe von 500 MW bei 50 MW Eingangsleistung.
Warum die Flüssigkeit hier eine Rolle spielt
Um Fusion zu erreichen, muss ein Plasma auf etwa 150 Millionen °C gebracht und mit großen supraleitenden Magneten von der Reaktorwand ferngehalten werden. Beides verlangt enorme elektrische Leistung — und damit Transformatoren direkt an einer Anlage, in der mit extremen Temperaturen gearbeitet wird.
Die eingesetzten Leistungstransformatoren arbeiten bei 66 kV mit 82 MVA. In einer Forschungsanlage dieser Größenordnung ist ein Transformatorbrand kein kalkulierbares Risiko: Der Schaden beträfe nicht nur das Gerät, sondern ein Projekt mit jahrzehntelanger Vorlaufzeit.
Was das für sensible Standorte bedeutet
ITER ist ein Extremfall, aber die Logik dahinter gilt überall dort, wo der Wert der geschützten Anlage den Wert des Transformators um ein Vielfaches übersteigt: Forschungsanlagen, Rechenzentren, Produktionslinien mit langen Wiederanlaufzeiten, Umspannwerke in dicht bebautem Umfeld.
Esterflüssigkeiten der Brandklasse K nach IEC 61100 verändern hier die Risikobetrachtung — und zwar auch dann, wenn der Transformator selbst nur einen kleinen Teil der Investition ausmacht.
Für die Auslegung an sensiblen Standorten beraten wir Sie gerne: Kontakt aufnehmen. Mehr zum Thema im Beitrag Ester statt Mineralöl und auf der Seite Brandschutz.