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Mineralöl, synthetischer und natürlicher Ester im Vergleich

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Vor jeder Beschaffung steht dieselbe Frage: Mineralöl, synthetischer Ester oder natürlicher Ester. Die Antwort hängt weniger am Datenblattvergleich als an der Aufstellungssituation – Gebäude, Wasserschutzgebiet, Bauart des Kessels. Der folgende Überblick stellt die drei Flüssigkeitsgruppen gegenüber und ordnet ein, wo die Unterschiede praktisch werden.

Drei Gruppen, unterschiedliche Risikoprofile

Mineralöl war jahrzehntelang die Standardfüllung. Seine drei Schwachstellen sind bekannt: Brennbarkeit, hohe Umweltbelastung im Leckagefall und geringe Feuchtetoleranz. Seit den 1970er Jahren stehen mit synthetischen und natürlichen Estern zwei Alternativen zur Verfügung, die diese Punkte entschärfen, ohne bei Durchschlagfestigkeit und Kühlwirkung nachzugeben.

Kennwerte im Vergleich

Eigenschaft Shell MIDEL eN 1215 Shell MIDEL eN 1204 Shell MIDEL 7131 Mineralöl
Brandklasse K2 K2 K3 O1
Leicht / vollständig biologisch abbaubar ja ja ja nein
Durchschlagspannung > 75 kV > 75 kV > 75 kV > 70 kV
Feuchtesättigung bei 20 °C 1.100 ppm 1.100 ppm 2.700 ppm 55 ppm
Kinematische Viskosität bei 40 °C 32 37 29 8,7
Dichte bei 20 °C 0,92 g/cm³ 0,92 g/cm³ 0,97 g/cm³ 0,88 g/cm³
Ausdehnungskoeffizient 0,00074 0,00074 0,00075 0,00075
Relative Permittivität 3,1 3,1 3,2 2,2
Stockpunkt −18 °C −31 °C −56 °C < −50 °C
Hochtemperaturverhalten gut gut sehr gut schwach
Typische Werte, keine Spezifikation.

Was die Zahlen im Betrieb bedeuten

  • Brandklasse: Beide Estertypen sind K-Klasse nach IEC 61100, Mineralöl fällt in O1. Für die Aufstellung in Gebäuden, Tunneln und unter Flur ist das der entscheidende Unterschied, weil Versicherer und Baurecht an der Brandklasse ansetzen. Mehr dazu unter Brandschutz.
  • Feuchtesättigung: Shell MIDEL 7131 nimmt bei 20 °C rund das Fünfzigfache der Wassermenge auf, die Mineralöl bindet. Das Wasser bleibt in der Flüssigkeit statt im Papier – der eigentliche Alterungsschutz für die Zellulose.
  • Viskosität und Dichte: Ester sind zäher und schwerer als Mineralöl. Für die thermische Auslegung ist das relevant, für den Neubau eingeplant, beim Umfüllen bestehender Einheiten zu prüfen.
  • Stockpunkt: Shell MIDEL 7131 bleibt bis −56 °C fließfähig und eignet sich damit auch für Standorte ohne beheizte Umgebung.

Welche Flüssigkeit wofür

Shell MIDEL 7131 ist für das gesamte Anwendungsspektrum geeignet, einschließlich kompakter Bauformen, wie sie in Schienenfahrzeugen und Windenergieanlagen verbaut werden und die eine höhere Temperaturstabilität verlangen. Dank seiner Oxidationsstabilität ist der synthetische Ester sowohl für atmende als auch für hermetisch geschlossene Einheiten freigegeben. Die natürlichen Ester Shell MIDEL eN 1204 und Shell MIDEL eN 1215 werden – wie alle natürlichen Ester – ausschließlich für geschlossene Verteil- und Leistungstransformatoren empfohlen. Normativ gilt DIN EN 61099 für den synthetischen, DIN EN 62770 für die natürlichen Ester.

Welche Flüssigkeit zu Ihrer Einheit passt, entscheidet sich an Kesselbauart, Aufstellungsort und Belastungsprofil. Schildern Sie uns Ihren Fall – wir sagen Ihnen, was fachlich trägt, und nennen die Nachweise, die Sie für Genehmigung und Versicherer brauchen.

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