Eine Esterflüssigkeit ist schnell bestellt. Die Fragen kommen danach: Verträgt die vorhandene Dichtung den Wechsel? Muss die thermische Auslegung angepasst werden? Wie ist der Feuchtegehalt vor dem Befüllen zu bewerten? Für solche Punkte gibt es hinter dem Produkt eine technische Fachabteilung – und für deutsche Projekte uns als Ansprechpartner davor.
Wer hinter der Flüssigkeit steht
Zum Shell MIDEL Team gehört eine technische Unterstützung aus Ingenieuren und Chemikern, die Anwender bei Fragen zum Einsatz von Esterflüssigkeiten begleitet. Die Erfahrung reicht über vierzig Jahre Estertechnik zurück – von den ersten Umstellungen der 1970er Jahre bis zu heutigen Projekten in Netz, Industrie und Schienenverkehr. Das ist insofern relevant, als viele Fragen beim Retrofilling keine Rechenaufgaben sind, sondern Erfahrungsfragen: Welche Restölmenge ist vertretbar, wie verhält sich ein bestimmter Lack, was ist bei einer atmenden Einheit anders als bei einer hermetisch geschlossenen.
Mitarbeit in Normung und Forschung
Das technische Team arbeitet in Fachgremien mit, unter anderem bei der CIGRÉ, dem Internationalen Rat für große elektrische Netze, und bei der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC). Genau dort entstehen die Regelwerke, die später als DIN EN 61099, DIN EN 62770 oder IEC 60076-14 in deutschen Ausschreibungen zitiert werden.
Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, etwa mit der Universität Manchester in Großbritannien und mit dem Schering-Institut für Elektrische Energiesysteme in Deutschland. Aus solchen Kooperationen stammt ein Teil der veröffentlichten Untersuchungen zu Alterung, Feuchteverhalten und thermischer Belastbarkeit von Esterflüssigkeiten. Wer tiefer einsteigen will, findet die entsprechenden Veröffentlichungen in unserer technischen Bibliothek.
Typische Fragen aus laufenden Projekten
- Materialverträglichkeit: Dichtungen, Lacke und Kunststoffe im Kessel werden vor einer Umstellung bewertet. Den Rahmen dazu beschreibt unser Beitrag zur Materialverträglichkeit von Shell MIDEL 7131.
- Ablauf einer Umstellung: Spülschritte, Restölanteil, Trocknung und Freigabemessungen sind beim Retrofilling der eigentliche Projektinhalt.
- Auslegung und Belastbarkeit: Höhere Betriebstemperaturen, Viskosität und Kühlkreislauf sind bei Ester anders zu bewerten als bei Mineralöl.
- Nachweise: Welche Prüfberichte und Zertifikate eine Genehmigungsbehörde oder ein Sachversicherer sehen will, lässt sich vorab klären.
Der kurze Weg für deutsche Anwender
Als Ansprechpartner in Deutschland beantworten wir die meisten dieser Fragen unmittelbar; was darüber hinausgeht, klären wir mit dem technischen Team des Herstellers. Für Sie bleibt es bei einem Ansprechpartner, in der eigenen Sprache und mit Blick auf das hiesige Regelwerk – von der AwSV bis zu den Anforderungen der Sachversicherer.
Haben Sie eine konkrete Einheit auf dem Tisch, deren Umstellung Sie prüfen möchten? Schreiben Sie uns – am besten mit Typenschilddaten, Baujahr und Aufstellungsort, dann kommen wir schnell zu einer belastbaren Einschätzung.