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Raby Castle: Brandschutz im Baudenkmal ohne Bauarbeiten

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Bei Gebäuden unter Denkmalschutz ist der einfachste technische Weg selten der genehmigungsfähige. Eine neue Löschanlage bedeutet Rohrleitungen, Durchbrüche, Vorratsbehälter und Eingriffe in historische Bausubstanz. Ein Beispiel aus England zeigt, wie sich diese Kette umgehen lässt: Auf Raby Castle in der Grafschaft County Durham wurde 2020 der Stationstransformator auf den synthetischen Ester Shell MIDEL 7131 umgestellt — an einem Tag, ohne Baumaßnahme.

Die Ausgangslage

Raby Castle ist eine mittelalterliche Anlage, errichtet zwischen 1367 und 1390. Seit 1626 ist sie im Besitz der Familie Vane, die das Gebäude über die Jahrhunderte umfangreich instand gesetzt und umgebaut hat. Das Schloss liegt in einem rund 200 Acre — etwa 80 Hektar — großen Park, ist öffentlich zugänglich und zieht jährlich mehrere tausend Besucher an; bekannt ist es unter anderem für seine ausgestellte Kunstsammlung.

2020 ließ der zuständige Verteilnetzbetreiber die Elektroinstallation des Schlosses durch einen Hochspannungsdienstleister prüfen. Das Ergebnis: Die Schaltanlage der Station sollte ersetzt werden — und die vorhandene Löschanlage bot nicht mehr das erforderliche Schutzniveau.

Warum Retrofilling statt Löschanlage

Der Transformator ist eine eingebaute Einheit mit 200 kVA, gebaut 1953 von Parsons Peebles. Ein Servicepartner prüfte die Umstellung auf Esterflüssigkeit. Ausschlaggebend waren drei Punkte:

  • Die alte Löschanlage konnte entfallen statt ersetzt zu werden
  • Der Instandhaltungsaufwand und die damit verbundenen Kosten sinken
  • Das Brandrisiko an einem Baudenkmal mit Publikumsverkehr wird deutlich reduziert

Möglich wird das durch die Brandkennwerte der Flüssigkeit: Shell MIDEL 7131 ist eine Flüssigkeit der Brandklasse K mit einem Brennpunkt von 316 Grad Celsius. Genau diese Einstufung ist es, die in Brandschutzkonzepten den Unterschied macht — sie verschiebt die Bewertung des Transformators als Zündquelle und macht damit Schutzmaßnahmen entbehrlich, die sonst baulich umgesetzt werden müssten.

Der Ablauf

Beim Retrofilling wird das Mineralöl abgelassen und durch die Esterflüssigkeit ersetzt. Das Verfahren ist alles andere als neu: Die erste Umstellung dieser Art wurde in den 1970er Jahren bei British Steel durchgeführt. Auf Raby Castle war die Arbeit an einem einzigen Tag abgeschlossen — keine Gerüste, keine Durchbrüche, keine Rohrleitungen durch historisches Mauerwerk.

Der ausführende Servicepartner ordnete das Projekt sinngemäß so ein: Üblicherweise führe man solche Umstellungen in Hochhäusern durch; ein Objekt wie Raby Castle zeige besonders deutlich, dass sich Brandschutz am Transformator ohne aufwendige Eingriffe in das Gebäude erreichen lasse.

Der zweite Effekt: Alterung

Ein 1953 gebauter Transformator ist kein Neugerät. Esterflüssigkeiten nehmen Wasser in deutlich größerem Umfang auf als Mineralöl und halten damit das Isolierpapier länger in gutem Zustand — der maßgebliche Faktor für die Lebensdauer der Zelluloseisolierung. Bei Altanlagen ist das oft der eigentliche wirtschaftliche Hebel: Die Umstellung kostet einen Bruchteil einer Neubeschaffung und verlängert die nutzbare Restlebensdauer. Dass Shell MIDEL 7131 vollständig biologisch abbaubar ist, passt zudem zum eigenen Anspruch des Standorts an den Umgang mit seiner Umgebung.

Übertragbar auf Schlösser, Museen und Kirchen in Deutschland

Die Lage ist vergleichbar: Historische Gebäude mit eigener Trafostation, Publikumsverkehr, hoher Sachwert im Inventar und eine Denkmalbehörde, die bauliche Eingriffe eng begrenzt. Der Weg über die Flüssigkeit — Umstellung nach DIN EN 61099 statt Nachrüstung einer Löschanlage — ist in diesen Fällen oft der einzige, der ohne langwierige Abstimmung auskommt.

Sie betreuen eine Station in einem denkmalgeschützten oder öffentlich zugänglichen Gebäude? Wir prüfen, ob die Einheit für eine Umstellung geeignet ist, und stimmen den Ablauf mit Netzbetreiber und Brandschutz ab. Was das für Ihr Brandschutzkonzept bedeutet, besprechen wir gern direkt — nehmen Sie Kontakt auf.

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