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Kreuzfahrtschiffe: Antrieb und Bordverteilung mit Shell MIDEL 7131

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Ein Kreuzfahrtschiff ist ein Kraftwerk, ein Hotel und ein Antriebssystem in einem — und alles davon hängt an der Bordelektrik. Fällt ein Antriebstransformator aus, steht im ungünstigsten Fall ein Schiff mit rund 2.000 Passagieren auf See. Die Flotte der Holland America Line setzt in dieser Aufgabe seit dem Jahr 2000 auf Shell MIDEL 7131.

Zwei Aufgaben, ein Flüssigkeitstyp

An Bord der Schiffe arbeiten Transformatoren mit Bemessungsleistungen von 4,4 bis 16 MVA bei einer Oberspannung von 11 kV. Sie erfüllen zwei getrennte Aufgaben:

  • Antrieb. Die großen 16-MVA-Einheiten nehmen die Leistung der Dieselgeneratorsätze auf und speisen die Azipod-Antriebe. Diese Transformatoren laufen im Dauerbetrieb; ihre Zuverlässigkeit bestimmt die Manövrierfähigkeit des Schiffes.
  • Bordverteilung. Die kleineren Einheiten versorgen das Schiff als schwimmendes Hotel — Beleuchtung, Küchen, Unterhaltung und die übrige Bordtechnik.

Beide Gruppen sind mit derselben Flüssigkeit gefüllt. Das vereinfacht Vorratshaltung, Probenahme und Bewertung erheblich, ein Punkt, der bei Anlagen ohne Landanschluss schwerer wiegt als an Land.

Warum Ester im Schiffbau

Auf einem Schiff wirken drei Randbedingungen zusammen, die an Land selten gleichzeitig auftreten: Der Raum ist knapp, die Fluchtwege sind begrenzt, und im Brandfall gibt es keinen Ort, an den man die Menschen bringen könnte. Eine Isolierflüssigkeit mit hohem Brandpunkt ist daher keine Komfortentscheidung, sondern Teil des Sicherheitskonzepts. Shell MIDEL 7131 ist ein synthetischer Ester nach DIN EN 61099 und in die Brandklasse K nach IEC 61100 eingeordnet.

Hinzu kommt der Gewässerschutz. Was im Maschinenraum austritt, kann im Havariefall ins Meer gelangen; eine leicht und vollständig biologisch abbaubare Flüssigkeit begrenzt die Folgen. Die weiteren Einsatzfelder im maritimen Bereich — von Bohrinseln bis zu Marineschiffen — sind unter Anwendungen im Meeres- und Wasserbereich zusammengefasst.

Eine Historie, die als Nachweis taugt

Die Geschichte beginnt mit der MS Amsterdam, gebaut im Jahr 2000 auf der Werft Fincantieri in Marghera. Zuletzt wurde die Flüssigkeit 2009 an Bord der MS Nieuw Amsterdam eingesetzt. Zwischen diesen beiden Schiffen liegen neun Jahre Neubauten, in denen die Reederei bei ihrer Entscheidung geblieben ist.

Für die Bewertung einer Isolierflüssigkeit ist genau das der belastbarste Maßstab. Ein einzelnes Projekt beweist, dass etwas funktioniert. Eine Reihe gleichartiger Schiffe über ein Jahrzehnt hinweg zeigt, dass es sich im Betrieb bewährt hat — sonst wäre beim nächsten Neubau umspezifiziert worden. Wie sich eine solche Entwicklung über noch längere Zeiträume darstellt, beschreibt der Beitrag zur Wartung von Shell MIDEL 7131.

Zustandsüberwachung über die gesamte Flotte

Weil die Transformatoren für den Schiffsbetrieb kritisch sind, werden die Flüssigkeiten regelmäßig kontrolliert. Insgesamt sind 46 Einheiten in diese Überwachung eingebunden. Das technische Team des Herstellers unterstützt bei der Auslegung der Gas-in-Öl-Analysen und der übrigen Zustandswerte und stimmt die Bewertung mit dem Transformatorenhersteller ab, bevor sie an den Betreiber zurückgeht.

Dieses Zusammenspiel aus Betreiber, Transformatorenhersteller und Flüssigkeitsseite ist übertragbar auf jede Anlage, bei der Geschäftskontinuität über der Investitionsrechnung steht. Wichtig ist dabei, dass Grenzwerte und Auswertelogik für Esterflüssigkeiten festgelegt sind, bevor der erste auffällige Befund vorliegt — nicht danach.

Sie betreiben Transformatoren an Bord, auf Plattformen oder in anderen Anlagen ohne Ausweichmöglichkeit? Wir unterstützen bei Flüssigkeitsauswahl, Probenahmekonzept und Bewertung der Analysenwerte — nehmen Sie Kontakt auf.

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