Im Bergbau ist ein Transformatorbrand selten nur ein Sachschaden. Er legt eine Förderkette still, die sich nicht kurzfristig umleiten lässt. Der Tagebau Bengalla im australischen Sydney-Becken hat deshalb 2020 die kritischen Betriebsmittel seiner Stromversorgung überprüfen lassen – auf Betreiben des Versicherers.
Der Betrieb
Bengalla ist ein einteiliger Tagebau mit einer Genehmigung zur Förderung von 15 Millionen Tonnen Kohle im Jahr. Gearbeitet wird mit Schürfkübelbagger (Dragline), Muldenkippern und Hydraulikbaggern. Der Betreiber zog ein australisches Elektrotechnikunternehmen und Shell MIDEL Service Partner hinzu, um das Brandrisiko im Schaltfeld und im Versorgungsnetz des Baggers zu senken.
Welche Anlagen betroffen waren
- Baggernetz: ein Transformator 15 MVA, 22/6,6 kV
- Baggernetz: ein Transformator 2,5 MVA, 22/0,433 kV
- Schaltfeld: zwei Leistungstransformatoren 15 MVA, 66/22 kV
Empfohlen wurde, das Mineralöl dieser vier Einheiten gegen Shell MIDEL eN 1204 zu tauschen, einen natürlichen Ester aus Raps. Die Begründung folgte vier Linien: höhere Brandsicherheit, besserer Umweltschutz, höhere Feuchtetoleranz und längere Nutzungsdauer der Anlage.
Wie das Retrofilling ablief
Der Ablauf ist es wert, im Detail betrachtet zu werden, weil er zeigt, wo die Sorgfalt sitzt:
- Zu Beginn wurden Ölproben aus dem Hauptkessel entnommen, um den Ausgangszustand jedes Transformators zu dokumentieren.
- Anschließend wurde das Öl aus Kessel und Radiatoren in einen Tankwagen abgelassen und ordnungsgemäß entsorgt.
- Die Anlage bekam Zeit zum Abtropfen, damit möglichst wenig Restöl zurückbleibt. Parallel wurden kleinere Undichtigkeiten instand gesetzt.
- Das verbliebene Restöl wurde abgepumpt, danach der Kessel unter Vollvakuum gesetzt und mit Shell MIDEL eN 1204 befüllt.
Die Reihenfolge ist kein Selbstzweck: Je weniger Mineralöl im System bleibt, desto näher kommt die Mischung den Kennwerten des reinen Esters – und desto belastbarer ist die brandschutztechnische Einstufung am Ende. Die Ausgangsproben zu Beginn sind aus demselben Grund Pflicht und nicht Kür: Ohne dokumentierten Anfangszustand lässt sich später nicht beurteilen, ob eine Veränderung der Werte von der neuen Füllung oder von der Anlage selbst herrührt.
Warum gerade die Bagger- und Schaltfeldtransformatoren
Die Auswahl der vier Einheiten folgt nicht der Größe, sondern der Bedeutung für die Förderung. Fällt der Speisetransformator des Schürfkübelbaggers aus, steht das Gerät, das die Abraumbewegung trägt – und mit ihm die gesamte Kette dahinter. Ersatz ist im Bergbau weder kurzfristig verfügbar noch schnell an Ort und Stelle. Brandsicherheit ist in dieser Betrachtung kein reines Personenschutzthema, sondern eine Frage der Betriebsfortführung.
Der Versicherungshebel
Versicherer wie FM Global gehen davon aus, dass jeder Transformator ausfallen kann, mit Folgen für Brandlast, Umwelt und Betriebsfortführung. Sie empfehlen ihren Kunden regelmäßig, mineralölgefüllte Anlagen auf Shell MIDEL Flüssigkeiten umzustellen. Nach dem Aufstellungsleitfaden 5-4 und Normen wie IEC 61936 wirkt sich die Wahl einer brandsicheren, zugelassenen Flüssigkeit unmittelbar auf die Aufstellbedingungen aus – und damit auf die Projektkosten.
Deutsche Tagebaue, Steinbrüche und Aufbereitungsanlagen stehen vor derselben Rechnung. Wir sehen uns Ihre Anlagen im Bergbau an und sagen Ihnen, welche sich mit Shell MIDEL eN 1204 umstellen lassen – melden Sie sich.