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FM-Global-Vorgaben: was eine zugelassene Flüssigkeit bei der Aufstellung spart

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Brandschutz wird selten im Datenblatt entschieden, sondern im Gespräch mit dem Sachversicherer. FM Global, einer der großen Industrieversicherer, veröffentlicht dazu eigene Regelwerke – die Property Loss Prevention Data Sheets. Sie enthalten unterschiedliche Anforderungen, je nachdem, ob ein Transformator mit Mineralöl oder mit einer als schwer entflammbar zugelassenen Flüssigkeit gefüllt ist. Der Unterschied schlägt unmittelbar auf die Baukosten durch.

Was die FM-Zulassung bedeutet

FM Global prüft Isolierflüssigkeiten und erteilt die Zulassung als „Less Flammable Fluid“, wenn ein deutlich verbessertes Brandverhalten nachgewiesen ist. Shell MIDEL 7131, Shell MIDEL eN 1204 und Shell MIDEL eN 1215 tragen diese Zulassung. Für den Planer ist sie kein Zertifikat für die Ablage, sondern der Schlüssel zu einem anderen Satz baulicher Anforderungen. Welche weiteren Nachweise vorliegen, fasst unser Beitrag zu Zulassungen und Normen zusammen.

Beispiel Innenaufstellung

Das Regelwerk rechnet mit konkreten Konstellationen. Eine davon: ein Transformatorraum innerhalb eines Gebäudes mit zwei Verteiltransformatoren, je 11 kV und 1.250 kVA, mit jeweils 500 Litern Füllung.

  • Mit Mineralöl: jede Einheit braucht eine eigene Auffangvorrichtung mit Ableitung, dazu Wände, Trennwände und freiliegende Stahlbauteile mit dreistündiger Feuerwiderstandsdauer.
  • Mit Shell MIDEL: gefordert ist eine Wand mit einstündiger Feuerwiderstandsdauer, Trennwände entfallen, und beide Transformatoren dürfen sich Auffangvorrichtung und Ableitung teilen.

Wer schon einmal eine Trafostation in ein bestehendes Gebäude eingeplant hat, weiß, was das an Fläche und an Ertüchtigung des Bestands ausmacht. Für Verteiltransformatoren in Gebäuden ist es häufig der Punkt, an dem die Esterfüllung sich rechnet.

Beispiel Außenaufstellung

Die zweite Konstellation: zwei mittelgroße Leistungstransformatoren mit jeweils 19.000 bis 38.000 Litern Füllung, im Freien in der Nähe eines Gebäudes mit nicht brennbarer Außenwand.

  • Mit Mineralöl: zwischen Transformatoren und Gebäude sind Brandschutzwände erforderlich, um den Abstand zu verringern.
  • Mit Shell MIDEL: Brandschutzwände entfallen, der Mindestabstand sinkt auf 1,5 Meter.

Auf beengten Werksgeländen und in städtischen Umspannanlagen entscheidet das darüber, ob eine Erweiterung überhaupt auf die vorhandene Fläche passt. Der Einspareffekt entsteht nicht an der Flüssigkeit, sondern im Tiefbau – wir haben ihn unter Kosteneinsparung näher beschrieben.

Einordnung für deutsche Projekte

Die FM-Datenblätter sind Versicherungsregelwerk, kein deutsches Baurecht. Sie ersetzen weder die landesrechtlichen Vorgaben für Betriebsräume elektrischer Anlagen noch die Anforderungen der AwSV an Rückhaltung in Wasserschutzgebieten. Praktisch sind sie trotzdem wirksam: Wer bei einem international tätigen Sachversicherer versichert ist, findet die Anforderungen aus diesen Datenblättern in seinen Auflagen wieder. Und die Argumentation – geringere Brandlast, kleinerer erwartbarer Schaden, geringere bauliche Anforderungen – lässt sich in der Abstimmung mit Behörde und Versicherer in beiden Richtungen führen. Mehr dazu unter Brandschutz.

Wenn Sie für ein konkretes Vorhaben wissen wollen, welche Erleichterungen eine Esterfüllung bringt, rechnen wir die Konstellation gern mit Ihnen durch. Nehmen Sie Kontakt auf – am besten mit Angabe von Aufstellungsort, Leistung und Füllmenge.

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