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Hotel in London: Transformator drei Ebenen unter der Straße umgestellt

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Ein Transformator in einer Tiefgarage stellt Betreiber vor eine unbequeme Rechnung. Fällt er aus oder brennt er, ist der Schaden groß und die Zufahrt schwierig. Eine Löschanlage nachzurüsten heißt: Rohrleitungen, Vorratsbehälter, Entrauchung, monatelange Abstimmung im laufenden Betrieb. Ein Hotelprojekt in London zeigt einen dritten Weg — und die Entscheidung kam vom Versicherer.

Die Ausgangslage

Canary Wharf ist eines der wichtigsten Geschäftsviertel Londons, ein Finanzstandort mit täglich mehr als 120.000 Beschäftigten und entsprechend hohen Grundstückswerten. In diesem Umfeld liegt ein Hotel einer international bekannten Marke mit über 500 Zimmern und mehrgeschossiger Tiefgarage.

Die Stromversorgung des Hauses läuft über eine Einheit mit 11 kV und 1.250 kVA, zuletzt 1991 überholt, mit Mineralöl gefüllt. Sie steht zusammen mit der Schaltanlage in der Tiefgarage — drei Ebenen unter Straßenniveau. Eine Löschanlage war nicht vorhanden. Die Versicherung des Eigentümers empfahl, den Transformator auf eine schwer entflammbare Isolierflüssigkeit umzustellen.

Drei Optionen, eine Entscheidung

Das Facility-Management der Hotelgruppe prüfte im März 2020 den Standort und stellte drei Möglichkeiten gegenüber:

  • Eine Löschanlage nachrüsten
  • Einen neuen, ab Werk mit Ester befüllten Transformator aufstellen und die vorhandene Einheit stillgelegt vor Ort belassen
  • Das Mineralöl in der vorhandenen Einheit durch eine Esterflüssigkeit ersetzen

Die Wahl fiel auf die dritte Option. Ausschlaggebend waren der Brennpunkt von über 300 Grad Celsius — Shell MIDEL 7131 ist eine Flüssigkeit der Brandklasse K nach IEC 61100 —, die leichte biologische Abbaubarkeit und die Tatsache, dass die erheblichen Kosten für einen neuen Transformator entfielen. Rein rechnerisch ist das oft der größte Posten: Die Umstellung nutzt einen vorhandenen, funktionierenden Betriebsmittelbestand weiter, statt ihn vorzeitig abzuschreiben.

Die Ausführung

Wegen der Lage des Transformators wurde ein eigens abgestimmtes Vorgehen entwickelt und vom technischen Team des Herstellers freigegeben — Schlauchwege, Pumpenaufstellung und Absicherung mussten zur Tiefgarage passen. Der örtliche Verteilnetzbetreiber kam auf die Baustelle und stellte die Freischaltung sicher. Verarbeitet wurden mehr als 1.500 Liter Shell MIDEL 7131. Die Umstellung war an einem Tag abgeschlossen, mit minimaler Unterbrechung der Stromversorgung — in einem Hotelbetrieb das eigentliche Kriterium.

Was deutsche Betreiber daraus mitnehmen können

Die Konstellation ist hierzulande verbreitet: Hotels, Kliniken, Rechenzentren, Einkaufszentren und Bürohäuser mit eigener Übergabestation im Untergeschoss, häufig aus den 1980er oder 1990er Jahren, ohne Löschtechnik. Drei Punkte sind dabei regelmäßig entscheidend:

  • Der Versicherer redet mit. Prämien und Auflagen hängen an der Brandlast im Gebäude; eine Flüssigkeit der Brandklasse K verändert diese Bewertung.
  • Die Ausfallzeit begrenzt die Auswahl. Wo kein Ersatznetz zur Verfügung steht, sind Maßnahmen gefragt, die an einem Tag abgeschlossen sind.
  • Der Boden zählt mit. Steht die Station über oder neben einem Bereich, in dem austretendes Mineralöl in das Erdreich oder die Kanalisation gelangen kann, kommen die Anforderungen der AwSV hinzu.

Die Eignung der Einheit ist dabei im Einzelfall zu prüfen — Dichtungen, Beschichtungen und Bauteile aus Kunststoff müssen zur neuen Flüssigkeit passen. Die Prüfpunkte haben wir unter Materialverträglichkeit zusammengestellt.

Sie betreuen eine Station im Untergeschoss oder in einer Tiefgarage und haben eine Auflage des Versicherers auf dem Tisch? Wir bewerten die Einheit, planen das Retrofilling mit Blick auf die kürzestmögliche Abschaltzeit und liefern die Unterlagen, die Versicherer und Brandschutz sehen wollen. Mehr unter Brandschutz und Kosteneinsparung — oder direkt über den Kontakt.

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