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Kraftwerksrückbau: vier Eigenbedarfstransformatoren ohne Sprühwasseranlage

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Wenn ein Kraftwerksblock stillgelegt wird, bleibt der Standort in Betrieb: Eigenbedarf, Beleuchtung, Steuerung, Werkstätten und Nebenanlagen brauchen weiterhin Strom. Genau an dieser Stelle entsteht ein Problem, das in Rückbauprojekten oft spät auffällt — die vorhandene Löschtechnik für die verbleibenden Transformatoren wird mit dem Block außer Betrieb genommen. Ein Kraftwerk in Großbritannien hat diesen Fall über die Isolierflüssigkeit gelöst.

Die Situation

Der Standort gehört zu den ältesten Kraftwerken Westeuropas und erzeugt 600 Megawatt. Im Zuge eines größeren Umbaus wurde 2020 ein Teil des Kraftwerks außer Betrieb genommen und mehrere Anlagenteile zurückgebaut. Bei der Neuordnung der elektrischen Anlagen wurden mehrere Transformatoren außer Betrieb genommen; vier Einheiten sollten bleiben, um den Standort weiter mit Strom zu versorgen. Deren Sprühwasser-Löschanlage mit Hochdruck stand allerdings ebenfalls auf der Rückbauliste.

Die verbliebenen Einheiten stammen aus dem Jahr 1967 und wurden von Brush Electrical Engineering gebaut:

  • Zwei Transformatoren mit 1.500 kVA, 6,6 kV auf 415 V, dreiphasig
  • Zwei Transformatoren mit 750 kVA, 6,6 kV auf 415 V, dreiphasig

Drei Wege, einer davon ohne Bauarbeiten

Rechnerisch standen sich zwei Kostenblöcke gegenüber: der Erhalt beziehungsweise Ersatz der Sprühwasseranlage einschließlich ihrer laufenden Prüfung und Instandhaltung — oder die Umstellung der vier Transformatoren auf eine schwer entflammbare Flüssigkeit. Ein Servicepartner wurde nach technischen Voruntersuchungen mit der Umstellung beauftragt. Der Vorschlag durchlief eine Prüfung durch unabhängige Sachverständige und Brandschutzberater sowie eine gesonderte Wirtschaftlichkeitsrechnung. Erst danach wurde die Umstellung freigegeben.

Diese Reihenfolge ist bemerkenswert und sollte in vergleichbaren Projekten der Maßstab sein: Nicht die Flüssigkeit entscheidet über das Brandschutzkonzept, sondern das geprüfte Konzept entscheidet über die Flüssigkeit. Grundlage ist die Einstufung von Shell MIDEL 7131 als Flüssigkeit der Brandklasse K nach IEC 61100 mit einem Brennpunkt über 300 Grad Celsius; die Produktanforderungen an synthetische Ester regelt DIN EN 61099.

Das Ergebnis

Die umgestellten Einheiten sind in Betrieb. Die Ölanalysen zeigen bislang keine Auffälligkeiten bei Feuchte, Durchschlagspannung oder Gasbildung. Der Betreiber konnte die Kosten für Ersatz und Instandhaltung der großen Sprühwasseranlage streichen. Der ausführende Servicepartner ordnete das Projekt sinngemäß so ein: Umstellungen an Transformatoren kritischer Infrastruktur verlangten ein Höchstmaß an Absicherung, und genau die biete die Flüssigkeit in Bezug auf Brandsicherheit, Abbaubarkeit und Lebensdauer des Transformators.

Warum das für deutsche Rückbauprojekte relevant ist

Der Kohleausstieg bringt eine ganze Reihe vergleichbarer Konstellationen mit sich: Blöcke gehen vom Netz, der Standort bleibt aber als Umspannwerk, Netzanschlusspunkt, Batteriespeicher oder Industriepark bestehen. Die Eigenbedarfstransformatoren bleiben — die Infrastruktur, die sie einmal geschützt hat, oft nicht. Drei Punkte lohnen dabei die frühe Prüfung:

  • Hat der weiterbetriebene Anlagenteil nach dem Rückbau noch eine funktionsfähige Löschwasserversorgung?
  • Rechtfertigt die verbleibende Restnutzungsdauer eine neue Löschanlage — oder reicht die Umstellung der Flüssigkeit?
  • Ändern sich mit der Nachnutzung die Anforderungen an Gewässer- und Bodenschutz, etwa nach AwSV?

Die Erfahrung aus solchen Projekten spricht dafür, die Frage zusammen mit dem Rückbaukonzept zu stellen und nicht erst, wenn die Löschanlage bereits demontiert ist. Was die Umstellung im laufenden Betrieb bedeutet, beschreibt unser Beitrag zum Wartungsaufwand mit Shell MIDEL 7131.

Sie planen den Rückbau eines Anlagenteils und müssen entscheiden, was mit den verbleibenden Transformatoren geschieht? Wir prüfen die Eignung der Einheiten für ein Retrofilling, rechnen es gegen die Löschtechnik und liefern die Unterlagen für die Prüfung durch Sachverständige und Versicherer. Mehr dazu unter Kosteneinsparung und Geschäftskontinuität — oder direkt über den Kontakt.

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