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Pariser Métro: Streckentransformatoren mit Shell MIDEL statt Silikon

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Die Pariser Verkehrsbetriebe RATP befördern im Großraum Île-de-France rund drei Milliarden Fahrgäste im Jahr. Métro, Straßenbahnen, Busse und Teile des RER hängen an einem dicht bestückten Bahnstromnetz — mit vielen Transformatoren in sehr kleinen Räumen.

Die Ausgangstechnik

RATP setzte im Netz sogenannte SLIM-Transformatoren von CG Power ein. Diese Einheiten sind kompakter als übliche Bauformen, weil sie bei höheren Betriebstemperaturen arbeiten: Feststoffisolierung aus NOMEX in Kombination mit Silikonflüssigkeit macht das möglich.

Für den Betreiber hatte das zwei Vorteile. Die Transformatoren passen in die beengten Streckenunterstationen, und sie verkraften größere und häufigere Überlasten — was bei Bahnstrom der Normalfall und nicht die Ausnahme ist. Weil keine Fremdkühlung nötig ist, sinken zusätzlich Energiebedarf, Wartungsaufwand und Geräuschpegel.

Der offene Punkt: Umweltverhalten

Ein Nachteil blieb: Silikonflüssigkeit ist nicht biologisch abbaubar. RATP wollte an diesem Punkt nachbessern, ohne die Vorteile der kompakten Hochtemperaturbauweise aufzugeben.

In Zusammenarbeit von CG Power und M&I Materials entstand daraufhin der Bio-SLIM-Transformator, bei dem die Silikonflüssigkeit durch Shell MIDEL ersetzt wurde. Die eingesetzten Einheiten liegen im Bereich 3,3 bis 5,5 MVA und sind seit 2008 im Netz.

Warum das für deutsche Bahnbetreiber interessant ist

Die Randbedingungen im deutschen Bahnstromnetz und im Nahverkehr sind dieselben: wenig Platz in den Unterstationen, hohe Lastwechsel, Anlagen häufig im Stadtgebiet oder in Tunneln, dazu wachsende Umweltauflagen. Eine Flüssigkeit, die gleichzeitig hochtemperaturfest, brandsicher und biologisch abbaubar ist, löst hier mehrere Anforderungen auf einmal.

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