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Gold Souk in Sharjah: Verteiltransformator in einer Nacht umgestellt

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Ein hoch belasteter Verteiltransformator mitten in einer Einkaufspassage, gefüllt mit Mineralöl: Die Sharjah Electricity and Water Authority (SEWA) hatte 2009 mehrere Einheiten dieser Art in ihrem Netz als Risiko eingestuft. Eine davon versorgte den Gold Souk der Stadt. Sie wurde zum Pilotprojekt für die Umstellung auf Shell MIDEL 7131 — und zu einem Lehrstück darüber, wie eng ein Zeitfenster für ein Retrofilling ausfallen kann.

Warum ausgerechnet dieser Transformator

Die Einheit im Souk ist ein Verteiltransformator mit 1,5 MVA und 11 kV Oberspannung. Sie war stark ausgelastet; der Schleppzeiger des Temperaturmessgeräts wies Höchstwerte von 118 °C aus. Mineralöl hat einen Brandpunkt von typischerweise 170 °C. Zwischen dem gemessenen Betriebsmaximum und der Temperatur, ab der das Isolieröl dauerhaft brennt, lag damit nur eine schmale Reserve. Käme ein innerer Fehler mit Kesselschaden hinzu, stünde in einer Ladenpassage mit dauerhaftem Publikumsverkehr ein Brandereignis im Raum.

Genau diese Konstellation — alte Anlage, hohe Last, Aufstellung in einem öffentlich zugänglichen Gebäude — findet sich in deutschen Netzen ebenso: in Passagen, Bahnhöfen, Parkebenen und Kellerstationen unter Wohnbebauung.

Zustandsprüfung vor dem Flüssigkeitstausch

Vor der Umstellung stand eine Bewertung des Transformators selbst. Grundlage waren im Wesentlichen die Furanwerte aus der Ölanalyse, mit denen sich der Alterungszustand der Zellulose abschätzen lässt. Der Gedanke dahinter ist schlicht: Ein Flüssigkeitstausch verbessert den Brandschutz, er verjüngt aber keine verbrauchte Feststoffisolierung. Nur ein Transformator mit tragfähiger Restlebensdauer rechtfertigt den Aufwand. Ergänzend erhielt der Betreiber eine ausführliche Anleitung für das Retrofilling, die Schritt für Schritt durchgesprochen wurde.

Neun Stunden zwischen Ladenschluss und Ladenöffnung

Um den Geschäftsbetrieb im Souk nicht zu stören, begannen die Arbeiten gegen 23:00 Uhr. Um 08:00 Uhr war der Transformator wieder zugeschaltet, rechtzeitig zur Öffnung der Läden. Dieses Zeitfenster war kürzer, als es üblicherweise empfohlen wird. Deshalb wurde der Ablauf eng überwacht, und zwei Fachleute des Herstellers begleiteten die Arbeiten vor Ort und berieten die Ingenieure des Versorgers.

Für die Planung heißt das zweierlei:

  • Eine Umstellung über Nacht ist machbar, wenn Vorprüfung, Material und Personal vollständig bereitstehen.
  • Ein verkürzter Ablauf ist kein Normalfall, sondern eine bewusste Entscheidung, die fachliche Begleitung und zusätzliche Kontrollen erfordert.

Was die Nachkontrolle zeigte

Nach dem Retrofilling wurden Proben aus dem Transformator im Labor untersucht. Der Brandpunkt der Flüssigkeit im Kessel lag deutlich über dem Ausgangswert — der entscheidende Nachweis, dass das Restmineralöl den Brandschutzvorteil nicht aufzehrt. Shell MIDEL 7131 ist als synthetischer Ester nach IEC 61100 in die Brandklasse K eingeordnet; für die Anerkennung dieser Einstufung nach einem Flüssigkeitstausch ist der gemessene Brandpunkt im Kessel das maßgebliche Kriterium, nicht das Datenblatt der Neuflüssigkeit.

Übertragbar auf deutsche Anlagen

Für Betreiber hierzulande ist der Fall vor allem in drei Punkten anschlussfähig: Er zeigt, dass ein Verteiltransformator im laufenden Umfeld ohne Ersatzbeschaffung entschärft werden kann, dass die Vorprüfung über den Sinn des Projekts entscheidet, und dass sich der Brandschutz durch die Wahl der Isolierflüssigkeit verbessern lässt, ohne am Gebäude zu bauen. Vergleichbar gelagert ist der bereits beschriebene Fall aus dem britischen Einzelhandel, wo die Flüssigkeit gleich für eine ganze Filialkette festgelegt wurde.

Sie betreiben Transformatoren in Publikumsbereichen und wollen wissen, ob eine Umstellung in einem einzelnen Nachtfenster realistisch ist? Wir sehen uns die Ölanalysen und die Anlagensituation an und sagen Ihnen, was sich in der verfügbaren Zeit umsetzen lässt — nehmen Sie Kontakt auf.

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