Die meisten Entscheidungen für eine brandsichere Isolierflüssigkeit fallen projektbezogen: ein Gebäude, ein Standort, eine Auflage. Der Versorger JEPCO in Jordanien hat die Frage stattdessen einmal grundsätzlich entschieden — und hält seit 1997 daran fest. Für Netzbetreiber, die über eine Beschaffungsvorgabe statt über Einzelfälle nachdenken, ist das der interessantere Fall.
Ein Versorger mit dichter Bebauung
Die Jordanian Electric Power Company betreibt von der Hauptstadt Amman aus ein großes Verteilnetz und versorgt damit rund 66 Prozent der Bevölkerung des Landes. Die Transformatoren reichen von Verteiltransformatoren bis zu kleineren Leistungstransformatoren mit bis zu 30 MVA und Oberspannungen bis 33 kV. Ein erheblicher Teil davon steht dort, wo Menschen wohnen und arbeiten: in den Untergeschossen von Wohn- und Geschäftshäusern.
Die Entscheidung von 1997
JEPCO beauftragte 1997 ein Ingenieurbüro damit, Möglichkeiten zur Verbesserung der Brandsicherheit von Transformatoren zu untersuchen. Ausgangspunkt war die bekannte Eigenschaft von Mineralöl: Sein niedriger Brennpunkt bringt ein Risiko mit sich, das sich durch Aufstellung und Abstände nur begrenzt entschärfen lässt. Das Gutachten empfahl, statt des brennbaren Mineralöls Shell MIDEL 7131 einzusetzen. Die Empfehlung wurde angenommen, und JEPCO begann unmittelbar, die Esterflüssigkeit für sämtliche Transformatoren in Innenaufstellung vorzuschreiben.
Seither ist der Versorger bei dieser Festlegung geblieben. Inzwischen sind Tausende von Transformatoren mit Shell MIDEL 7131 in Betrieb — die meisten davon in Gebäuden mit Wohn- oder Geschäftsnutzung.
Wie sich eine Vorgabe in der Beschaffung auswirkt
JEPCO kauft bei mehreren internationalen Herstellern und nimmt regelmäßig neue Lieferanten in die Liste auf. Damit stellt sich bei jedem neuen Lieferanten dieselbe Frage: Kann er eine Einheit für Esterflüssigkeit auslegen und bauen? In der Praxis ist der Aufwand überschaubar:
- Bei der überwiegenden Zahl der Verteiltransformatoren ist gegenüber der Mineralölauslegung wenig bis gar keine Änderung nötig.
- Bei einzelnen größeren Einheiten sind zusätzliche technische Angaben erforderlich, damit die Auslegung — vor allem thermisch — passt.
- Für solche Fälle steht das technische Team des Herstellers zur Verfügung und stimmt sich direkt mit dem jeweiligen Transformatorenbauer ab.
Genau das ist der Punkt, an dem ein Beschaffungsstandard in der Regel scheitert oder trägt: nicht an der Flüssigkeit, sondern an der Frage, ob die Lieferantenkette sie beherrscht.
Übertragbar auf deutsche Netze
Die Aufgabenstellung ist hierzulande dieselbe, nur mit anderen Normbezügen. Für Transformatorstationen in und an Gebäuden gibt DIN EN 61936-1 den Rahmen vor; Flüssigkeiten mit einem Brennpunkt über 300 °C werden nach IEC 61100 der Brandklasse K zugeordnet und erlauben in vielen Fällen geringere Abstände und den Verzicht auf eine Löschanlage. Shell MIDEL 7131 als synthetischer Ester ist nach DIN EN 61099 spezifiziert. Wo Stationen zusätzlich in Wasserschutzgebieten oder unter AwSV-Auflagen stehen, kommt die biologische Abbaubarkeit als zweites Argument hinzu.
Ein Netzbetreiber, der die Flüssigkeit einmal in seiner technischen Spezifikation verankert, muss die Diskussion nicht bei jedem Bauvorhaben neu führen — und vermeidet den Fall, dass eine Station erst nach Fertigstellung als brandschutztechnisch schwierig auffällt. Die Grundlagen dazu haben wir unter Brandschutz und für die Gerätegattung unter Verteiltransformatoren zusammengestellt.
Sie überlegen, Esterflüssigkeit als Standard in Ihre Beschaffungsvorgaben aufzunehmen, oder brauchen Unterstützung bei der Abstimmung mit einem Transformatorenhersteller? Wir liefern Shell MIDEL 7131 aus Lübeck, auch in Mengen für laufende Rahmenverträge, und vermitteln den fachlichen Austausch mit dem Hersteller. Produktangaben finden Sie unter Shell MIDEL 7131, die Zulassungslage im Beitrag zu Zulassungen und Normen. Für ein Gespräch nutzen Sie bitte das Kontaktformular.