In historischen Gebäuden ist der Transformatorraum meist genau so groß, wie er vor Jahrzehnten gebaut wurde. Wächst die Anforderung an Brandschutz und Auffangvolumen, wächst der Raum nicht mit. Ein Wahrzeichen im Zentrum Londons, unmittelbar an der Themse, stand vor genau dieser Lage — und löste sie ohne einen einzigen Bauarbeiter im Gebäude.
Die Ausgangslage
In der Anlage arbeiteten fünf Transformatoren mit je 800 kVA, gefüllt mit Mineralöl und in früheren Jahrzehnten eingebaut. Durch zwischenzeitliche Änderungen entsprach die Installation nicht mehr der EN 61936-1:2010 — weder beim Brandschutz noch bei der geforderten Auffangvorrichtung. In Deutschland gilt dieselbe Norm als DIN EN 61936-1; die Anforderungen an Aufstellabstände, Brandabschottung und Auffangraum sind dort gleichlautend beschrieben.
Der naheliegende Weg wäre eine bauliche Nachrüstung gewesen. Nur: Im Bestand war kein Platz für eine Löschanlage, und wegen des Alters des Gebäudes kamen Wanddurchbrüche zur Vergrößerung der Grundfläche nicht in Frage. Damit blieb auf dem Papier nur eine Kette aus invasiven Bauarbeiten, langen Abschaltungen und den Kosten einer Brandschutzanlage.
Der eingeschlagene Weg
Nach Abwägung mehrerer Varianten fiel die Entscheidung, die vorhandenen Transformatoren zu behalten und sie auf eine Esterflüssigkeit der Brandklasse K umzustellen: Shell MIDEL 7131. Der hohe Brennpunkt macht einen Beckenbrand praktisch unmöglich; damit ließ sich die Normanforderung ohne Eingriff in die Bausubstanz erfüllen.
Ausgeführt hat die Umstellung ein Shell MIDEL Service Partner, spezialisiert auf Reinigung und Austausch von Isolierflüssigkeiten vor Ort. Jeder der fünf Transformatoren wurde an je einem Wochenendtag im eingebauten Zustand umgestellt. Das Mineralöl verließ das Grundstück und ging in eine zugelassene Altölsammlung; anschließend wurde mit Shell MIDEL 7131 befüllt.
Warum Retrofilling Handwerk ist
Ein fachgerechtes Retrofilling braucht eigene Ausrüstung, festgelegte Abläufe und geschultes Personal. Zum Verfahren gehören:
- ausreichend Ablaufzeit, damit Restöl aus Wicklung und Kessel austritt;
- Erwärmen der Esterflüssigkeit auf 60 bis 80 °C vor dem Einfüllen;
- weitere Reinigungszyklen über eine Vakuum-Trocknungsanlage;
- der Einbau neuer Dichtungen.
Wird einer dieser Schritte übersprungen, bleibt zu viel Mineralöl im Kessel — und der Brennpunkt der Mischung sinkt unter den Wert, auf den sich die Brandschutzbetrachtung stützt. Genau dieser Punkt entscheidet darüber, ob die Umstellung normativ trägt.
Das Ergebnis
Der Betreiber fasste es sinngemäß so zusammen: Bei einem Wahrzeichen dieser Art sei ein umfangreicher Eingriff in das Gebäude nie eine ernsthafte Option gewesen. Mit Shell MIDEL 7131 und dessen hohem Brennpunkt, der Beckenbrände praktisch ausschließt, hätten sich die Anforderungen der Norm erfüllen lassen, ohne teure und störende Bauarbeiten in Kauf zu nehmen.
Für deutsche Betreiber ist die Rechnung meist dieselbe. Ein denkmalgeschütztes Haus, ein Museum, ein Theater oder ein innerstädtisches Bürogebäude mit Trafostation im Untergeschoss: Sobald eine Prüfung Nachrüstbedarf feststellt, stehen Löschanlage, Abstandsvergrößerung und Flüssigkeitstausch nebeneinander. Die ersten beiden kosten Bausubstanz und Betriebszeit, der dritte in aller Regel ein Wochenende je Transformator.
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